Das Coronavirus macht es allen, die Veranstaltungen planen und organisieren, derzeit nicht einfach. Doch mit einem Covid-19-Präventionskonzept und der Umsetzung der darin definierten Maßnahmen sind Veranstaltungen auch in diesen Zeiten mit Sicherheit möglich.  Das beweist der BURGSOMMER 2020 in Hall in Tirol. Ende August ging das dreitägige Ernst Molden-Festival im Hofratsgarten der Burg Hasegg/Münze Hall Open Air über die Bühne – und wurde zur Feuertaufe für das vom Veranstalter erstellte Covid-19-Präventionskonzept.

Bestuhlung mit Abstand beim Burgsommer 2020. Bild: SALZRAUM.Hall

Es hätte perfekter nicht sein können: An allen drei Abenden zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, das Publikum strömte herbei und die im Covid-19-Präventionskonzept festgeschriebenen Maßnahmen wurden penibelst eingehalten. Dafür sorgten Andreas Ablinger, Betriebsleiter der SALZRAUM.Hall livelocations und Obmann des Kulturvereins in der Burg Hasegg, Corona-Beauftragter Johannes Tilg und das gesamte Team.

Das waren die wichtigsten Covid-19-Präventionsmaßnahmen:

  • Um die gebotenen Abstände einhalten zu können, wurde die Anzahl der Tickets von möglichen 1000 pro Abend auf 500 reduziert.
  • Die Bestuhlung erfolgte so, dass zwischen den Reihen jeweils 1,5 Meter Abstand blieben.
  • Statt eines Eingangs gab es drei Eingänge, um Menschenansammlungen zu vermeiden.
  • Bereits im Vorfeld wurden die Gäste darüber informiert, dass im Eingangsbereich Maskenpflicht herrschte.
  • Alle BesucherInnen wurden von extra eingestelltem und geschultem Personal zu den Plätzen begleitet.
  • Auf dem Weg dorthin erklärten die BegleiterInnen den Besuchenden die Maßnahmen und erläuterten die Notwendigkeit, die auf den Sitzplätzen liegenden Datenblätter auszufüllen.
  • Mithilfe der Datenblätter wurden Namen, Telefonnummern bzw. e-mail-Adressen aller Konzert-Gäste inklusive Sitzplatznummer registriert, um bei einem eventuellen Covid-19-Fall eine lückenlose Nachverfolgung zu ermöglichen.
  • Es wurde darauf geachtet, dass zwischen Personen, die nicht gemeinsam gekommen waren, mindestens ein Sitzplatz frei blieb.
  • Anstatt des üblichen Barbetriebes wurden die Getränke und Brezeln vom Gastro-Personal mit Mund-Nasen-Schutz und Handschuhen zu den Sitzplätzen serviert.

„Vergessen, dass sich die Zeiten geändert haben“

Ernst Molden & Friends. Bild und Titelbild: Dietmar Lipkovich

Unter den Besucherinnen und Besuchern herrschte durchwegs große Begeisterung. Die Freude darüber, dass endlich wieder Konzerte live erlebt werden konnten, war groß. Ernst Molden & Friends begeisterten an allen drei Abenden. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden sowohl vom Publikum als auch von den Künstlern als positiv erlebt und nicht als Beeinträchtigung empfunden.

Dazu Ernst Molden: „Das gesamte Team in Hall war so, dass man das Gefühl gehabt hat, man lebt in besseren Zeiten. Das Publikum hat sich so etwas von wohl gefühlt. Meine Mutter hat gesagt, sie hat darauf vergessen, dass sich die Zeiten geändert haben. Da wird hier in Hall eigentlich jeder sanft in die Hand genommen und zum Vergnügen eines Konzerts gebracht. Und wenn man es so macht, dann geht´s. Dann freue ich mich auf die Zukunft.“

Damit hätte der Haller Sommernachtstraum seinen verdienten Abschluss finden können. Doch es kam anders.

Covid-19-Alarm nach Haller Sommernachtstraum

Kaum war das Drei-Tages-Festival zu Ende, erhielt Andreas Ablinger die Nachricht, dass eine Person aus dem Publikum am Tag nach dem Konzertbesuch positiv auf Covid-19 getestet worden war. Nun galt es, das Präventionskonzept in der Praxis auf seine Tauglichkeit zu prüfen.

Unverzügliches Kontaktmanagement

 „Aufgrund der vorher gesetzten Maßnahmen wussten wir genau, wer in der Nähe der betroffenen Person gesessen hatte. Diese Besucherinnen und Besucher verständigten wir als erstes. Unmittelbar danach haben wir sämtliche rund 500 Anwesende des Abends kontaktiert und sie nachdrücklich gebeten, ihren Gesundheitszustand zu beobachten“, berichtet Ablinger.

Abgestimmt und umgesetzt wurden diese Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde. 14 Tage später kam dann die Erlösung: Nach einer neuerlichen Kontaktaufnahme mit allen an dem Abend anwesenden Personen konnte Entwarnung gegeben werden. Die infizierte Person hatte niemanden angesteckt und war auch selbst wieder genesen.

Entwarnung und Resümee

„Damit wissen wir definitiv, dass es keine weiteren Fälle und Clusterbildungen gibt, die auf unsere Veranstaltung zurückzuführen sind. Unser Covid-19-Präventionskonzept hat genau das erfüllt, wofür es da ist: das Risiko zu minimieren, die Sicherheit zu gewährleisten und die Nachverfolgung im Notfall zu ermöglichen“, berichtet Ablinger.

Sein Resümee: „Der BURGSOMMER 2020 hat gezeigt, dass wir Veranstaltungen mit entsprechenden Präventionsmaßnahmen durchführen können. Wir können das Coronavirus zwar nicht aussperren. Aber wir können als Veranstalter dafür sorgen, dass Events mit Abstand und maximal möglicher Sicherheit umgesetzt werden können.“

Impressionen vom Haller Burgsommer mit Interviews sehen Sie im Video

Haben Sie Mut zum Veranstalten! Laufend aktuelle Informationen zu den Covid-19-Regelungen finden Sie auf unserer Website und wir beraten Sie gern auch persönlich unter konferenzhotels@rtk.at

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